2D/3D Animation

Historische 3D- Rekonstruktion des Kaufhauses am Brand in Mainz

Prof. Hartmut Jahn
Prof. Michael Orthwein
Dipl.-Des. Manfred Liedtke

Ein großes, imposantes Kaufhaus aus dem Mittelalter, mitten in der Mainzer Innenstadt? Davon zeugt heutzutage leider fast nichts mehr und vielen Mainzer Bürgen ist es sogar gänzlich unbekannt. Bis zum Abriss des Kaufhauses im Jahr 1812 bot das Anfang des 14. Jahrhunderts erbaute Gebäude einen stattlichen Anblick. Es war wohl das erste seiner Art im Südwesten und einst Knotenpunkt europäischer Handelswege.

Das Projekt

Im Rahmen von Stadt der Wissenschaft 2011 haben sich das Institut für Geschichtliche Landeskunde (IGL) und das Institut für Mediengestaltung (img) der Hochschule Mainz zusammengetan und ein interdisziplinäres Team aus Kunsthistorikern, Historikern sowie Mediengestaltern und Informations und Messtechnikern zusammengestellt, um dieses in Vergessenheit geratene Stück Mainzer Geschichte
wieder lebendig werden zu lassen. Sie wurden vom i3mainz (Institut für raumbezogene Informations- und
Messtechnik), der GDKE Direktion Landesmuseum Mainz sowie der Akademie der Wissenschaften und
der Literatur Mainz unterstützt.

Während die Mitarbeitenden des i3mainz mit Hilfe von 3D-Scanning aus technischer Sicht der Vergangenheit auf der Spur waren, beschäftigte sich das img aus Sicht der Designer
mit der Animation der historischen Entdeckungen. Ziel des Projekts war es zunächst, auf der Basis historisch-kunsthistorischer Recherchen und der zusammengetragenen Informationen in Form von Urkunden, Berichten und Abbildungen das im 14. Jahrhundert erbaute Kaufhaus in einer dreidimensionalen Rekonstruktion wiederauferstehen zu lassen und so eine Diskussionsgrundlage für die weitere Erforschung zu schaffen.

Das Ergebnis


Das erste Ergebnis dieses Projekts ist eine 3D-Visualisierung des Kaufhauses, welche bereits seit September 2011 in der Dauerausstellung des Mainzer Landesmuseums zu sehen ist. 2012 wurde in Kooperation mit dem Landesmuseum Mainz eine Vortragsreihe zum Mainzer Kaufhaus und anderen mittelalterlichen Kaufhäusern in Deutschland gegeben.
Parallel dazu entstand im Sommer 2013 eine Edition der ersten Mainzer Kaufhausordnung von 1437/44. Hier finden sich auch Einzelheiten zur Organisation des Kaufhauses, zum Handel in der Stadt und im Mainzer Hafen. Ausgehend von der Präsentation des Orginaltextes ermöglichen eine buchstabengetreue Transkription, eine Übertragung in heutiges Deutsch und ein ausführliches Glossar das Studium dieser für die Wirtschaftsgeschichte bedeutenden Quelle.

Die Publikation „Shoppen im Mittelalter“ präsentiert in der neuen Form des Mediabuches die Forschungsergebnisse dieses Projektes und bietet neue Einblicke in die mittelalterliche Stadt- und Wirtschaftsgeschichte von Mainz.

http://www.kaufhaus-am-brand.de